Gemeinsamer Unterricht von Kindern
mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf
Seit 1987 werden an der Eichendorffschule Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichtet, die aufgrund unterschiedlicher Beeinträchtigungen besonderer Unterstützung bedürfen. Was als Schulversuch begann, ist inzwischen seit Jahren gesetzlich geregelt und fester Bestandteil unseres Schulprogramms geworden. Die Eichendorffschule ist eine von vier Schwerpunktgrundschulen mit gemeinsamem Unterricht (GU) in Bielefeld.
Kernstück des GU an der Eichendorffschule war von Beginn an die Bildung einer Integrationsklasse pro Jahrgang, in der Kinder mit und ohne Förderbedarf gemeinsam unterrichtet werden. In der Regel sind dies etwa 18 Grundschulkinder und 6 Kinder mit unterschiedlichem sonderpädagogischen Förderbedarf. Dadurch kann eine Doppelbesetzung mit einer GrundschullehrerIn und einer SonderschullehrerIn in ca. 20 Unterrichtsstunden gewährleistet werden. Dies ist unbedingt erforderlich, um dem äußerst heterogenen Leistungsprofil einer solchen Klasse gerecht zu werden. Die Elternwünsche auf Teilnahme ihrer Kinder am GU können oft nicht erfüllt werden, weil die Kapazitäten nicht ausreichen.
Die inhaltliche Ausrichtung des Unterrichts orientiert sich an den Richtlinien und Lehrplänen der Grundschule, der entsprechenden Sonderschulen oder an den jeweils ganz spezifischen Leistungsmöglichkeiten und Fähigkeiten des behinderten Kindes. In der Unterrichtsorganisation verfolgen wir das Ziel, so viel gemeinsamen Unterricht wie möglich und so viel innere und äußere Differenzierung wie nötig durchzuführen. Diese Heterogenität erfordert ein hohes Maß an differenzierter Förderung, die wir in vielfältigen offenen Unterrichtsformen (Frei- und Planarbeit, jahrgangsgemischte Gruppenarbeiten, Projektarbeit etc.) auch schon viele Jahre praktizieren.
Die langjährige Praxis und die daraus resultierenden Erfahrungen haben den Entwicklungsprozess eines differenzierten Förderkonzepts forciert und dazu geführt, dass seit dem Schuljahresbeginn 2003/2004 der GU in drei jahrgangsgemischten Klassen 1 – 3 und einer daraus entstehenden Klasse 4 stattfindet (vgl. JÜ).
Die Qualitätsstandards des GU zu verbessern oder mindestens zu halten, wird auch weiterhin eine vordringliche Aufgabe in den kommenden Jahren sein. Weitere Kürzungen bei den personellen Ressourcen müssen durch gemeinsame Anstrengungen aller Beteiligten unbedingt vermieden werden, um das, was auch landesweit als durchaus vorbildhaft gilt, nicht in seinen Grundzügen zu gefährden.